Bogenschiessen

Schon bald nachdem Steine und Speere geworfen und geschleudert wurden,
erfanden die Menschen Pfeil und Bogen, um ein Geschoss zum Zweck der Jagd
oder der Verteidigung über eine größere Distanz zu befördern. Damit gehören
Pfeil und Bogen zu den ältesten bekannten Distanzwaffen und üben auf
viele Menschen eine große Faszination aus.

Mit dem traditionellen Langbogen werden Fantasien von Verbundenheit
mit der Natur, sich selbst und einer überschaubaren Welt geweckt. Es
ist gerade das Einfache, was ihn so besonders macht.

Bogenschiessen mit dem Langbogen bedeutet, sich auf Wesentliches
einzulassen, seine 
Aufmerksamkeit zu schulen und die Mitte der
Scheibe nicht mit dem Ziel zu verwechseln.

Der Langbogen hat kein Visier, so dass das direkte Anvisieren
des Ziels mit dem Auge nicht 
möglich ist. Der Schütze „weiß“,
wo das Ziel ist, ohne es im Fokus zu haben. Er sieht es mit

dem Herzen.

Dieser Aspekt ist elementar für die Arbeit mit dem Bogen im Rahmen
von Trainings und 
Coachings. Das Ziel aus den Augen zu verlieren, es
nicht fokussieren 
zu können, aber zu wissen, dass es da ist, macht es
nötig, andere Sinne einzuschalten, achtsam 
zu sein und sich auf die
eigene Mitte zu konzentrieren. Die Aufmerksamkeit während des

Bogenschiessens richtet sich mehr auf den eigenen Körper als auf den
Bogen oder das Ziel. Die Aufmerksamkeit der Übung richtet sich auf die
Ausführung der Bewegung 
und das Spüren des Körpers.

Die Begleitung von Coaching- und Trainingsprozessen am Bogen führt bei
dem Schützen zur verstärkten 
Wahrnehmung der eigenen Person, der eigenen
Bedürfnisse, der eigenen Möglichkeiten, und damit zu 
neuen Erkenntnissen,
die in den Alltag und die Interaktion mit Menschen einfließen.